Montag, den 31. August 2026
UV-Schutz bei PSA – Berufskleidung für Arbeiten im Freien
Wer im Sommer draußen arbeitet, benötigt im Job entsprechenden Schutz. Im Gespräch mit DBL Experten Jan Kuntze, Textilingenieur und Geschäftsführer der Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH, einem regionalen Partner des bundesweiten DBL Verbunds, über Möglichkeiten und Grenzen des UV-Schutzes bei PSA.
Herr Kuntze, warum macht Berufskleidung mit UV-Schutz Sinn?
Weil UV-Strahlung für Beschäftigte, die regelmäßig im Freien arbeiten, ein relevanter Risikofaktor ist. Das betrifft etwa Bau, Industrie, Logistik, Montage oder den Garten- und Landschaftsbau. Hier sollte der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob ein entsprechender Schutz notwendig ist. Berufskleidung mit UV-Schutz macht da Sinn, weil sie die bedeckten Hautbereiche vor UVA- und UVB-Strahlung schützt.
Welche Berufskleidung wird hier eingesetzt?
Entscheidend ist zunächst, möglichst viele Hautbereiche zu bedecken. Deshalb macht langärmelige Kleidung auch bei Hitze Sinn – ebenso wie ergänzende Kopfbedeckungen. Wichtig ist dabei aber, dass die Kleidung nicht nur lang ist, sondern auch einen geprüften UV-Schutz bietet, etwa nach EN 13758-2 mit UPF 40+. In der Praxis spielen natürlich auch Tragekomfort und Akzeptanz eine große Rolle. Viele Mitarbeitende greifen bei hohen Temperaturen gern zu T-Shirts oder Poloshirts. Hier gibt es entsprechende Artikel mit integriertem UV-Schutz. In den DBL Kollektionen Hi-Vis Stretch und Hi-Vis Comfort finden sich beispielsweise entsprechende Shirts und Polos, teils in den kurzärmeligen und auch langärmeligen Varianten. Bei PSA muss zusätzlich geprüft werden, welche weiteren Schutzanforderungen bestehen – etwa Warnschutz, Hitze- und Flammschutz. UV-Schutz ist dann ein zusätzlicher Aspekt, der zur Gefährdung am Arbeitsplatz passen muss.
Welche PSA mit UV-Schutz ist üblich – und gibt es diesen auch bei Multinormkleidung?
Zunächst hat die DBL natürlich klassische Warnschutzkleidung mit UV-Schutz im Programm, etwa in den Kollektionen Hi-Vis Stretch & Hi-Vis Comfort sowie bei der REFLECTIQ. Das ist für viele Tätigkeiten im Freien ein wichtiger Punkt, weil hier Sichtbarkeit und Schutz vor solarer UV-Strahlung zusammenkommen. Die DBL bietet aktuell aber auch multigenormte Kleidungsteile mit UV-Schutz an, etwa in den Kollektionen Pro-Line & Vis-Line. Ein Beispiel ist ein langärmeliges Multinorm-Shirt in Leuchtgelb mit Polokragen. Der Artikel hat mehrere Schutzfunktionen: Er bietet durch Farbe und Reflexstreifen erhöhte Sichtbarkeit, schützt vor Hitze und Flammen, ist für elektrostatisch sensible Bereiche ausgelegt und kann – in definierten Kombinationen mit passenden Pro-Line- oder Vis-Line-Artikeln – auch Störlichtbogenschutz bis APC 2 ermöglichen. Hinzu kommt der UV-Schutz für die bedeckten Hautbereiche. Wichtig ist auch hier: Welche Kleidung eingesetzt werden kann, ergibt sich immer aus der Gefährdungsbeurteilung am konkreten Arbeitsplatz.
Wo stößt Kleidung mit UV-Schutz an ihre Grenzen?
Kleidung mit UV-Schutz schützt immer nur die bedeckten Hautbereiche. Das klingt banal, ist in der Praxis aber entscheidend. Wenn Ärmel hochgekrempelt werden, der Nacken frei bleibt oder Mitarbeitende kurzärmelige Shirts tragen, sind diese Hautpartien nicht geschützt. Zudem kann die Schutzwirkung durch Dehnung, Nässe, starken Verschleiß oder eine nicht geeignete Pflege beeinflusst werden. Deshalb sollte UV-Schutzkleidung fachgerecht aufbereitet und regelmäßig kontrolliert werden – das übernehmen wir im DBL Mietservice mit unseren zertifizierten Waschprozessen auch für diese Artikel.
Wo sehen Sie künftig Fortschritte bei Arbeitskleidung, die Beschäftigte im Freien vor UV-Strahlung und Hitze schützen soll?
Schon heute sehen wir, dass die Materialien leichter, atmungsaktiver und komfortabler werden. Das ist bei UV-Schutz besonders wichtig, denn die beste Schutzkleidung nützt wenig, wenn sie bei Hitze nicht getragen wird. Denkbar sind künftig noch stärker kühlende Gewebe, bessere Feuchtigkeitsregulierung oder auch thermoregulierende Materialien, die Wärme aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben. Auch Smart Textiles können eine Rolle spielen – etwa Sensoren, die Hinweise auf Hitzebelastung geben. Für die Praxis im Mietservice ist aber entscheidend: Solche Lösungen müssen robust, waschbar, reparierbar und dauerhaft normkonform sein. Innovation ist gut – sie muss aber im Arbeitsalltag funktionieren.
Herr Kuntze, vielen Dank für das Gespräch.
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